Elektromobil-Ratgeber

Benötige ich zum Fahren eines Elektromobils einen Führerschein?

Nein. Für den Betrieb des Elektromobils benötigen Sie keinen Führerschein und dürfen ihn dennoch außerhalb des eigenen Grundstücks bewegen. Die Geräte sind mit einer Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h für den Straßenverkehr zugelassen, was einen Führerschein nicht zwingend notwendig macht. Bestenfalls erhalten Sie eine Einweisung in das Gerät und machen sich während einer Testfahrt mit dem Modell vertraut. Nehmen Sie danach tatsächlich am Straßenverkehr teil, sollten Ihnen die gängigen Regeln bekannt sein. Bewegen Sie sich andernfalls nur auf den Fußgängerbereichen. Hier benötigen Sie lediglich die Kenntnisse eines Fußgängers. Die einzige Voraussetzung für das Fahren des Scooters ist ein Mindestalter von 15 Jahren. Alle Personen mit einem Geburtsdatum nach dem 1. April 1965 benötigen mindesten einen Mofa-Führerschein oder einen anderen Führerschein für Elektromobile mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 6 km/h. Alle Personen mit einem Geburtsdatum vor dem 1. April 1965 benötigen gar keinen Führerschein.

Muss ein Elektromobil zu TÜV?

Bei einem Elektromobil handelt es sich um ein Fahrzeug ohne Zulassung. Alle Mobile dieser Art oder Krankenfahrstühle benötigen keine Straßenzulassung, wenn sie die Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h nicht überschreiten. Ohne Zulassung ist keine Überprüfung durch den TÜV notwendig. Bedeutet: Sie müssen das Elektromobil nicht alle zwei Jahre kontrollieren und mit einem Siegel versehen lassen. Auch Kontrollen durch andere Überwachungseinrichtungen sind nicht gefordert. Achten Sie stets darauf, dass Ihr Fahrzeug einsatzbereit ist. Prüfen Sie vor Antritt der Fahrt kurz die Funktionen. Im Straßenverkehr ist es beispielsweise wichtig, dass Licht und Blinker funktionieren. Nur so werden Sie von anderen Teilnehmern im Straßenverkehr gesehen und korrekt behandelt.

Wie sollte man ein Elektromobil aufladen?

Vor der ersten Fahrt muss das Elektromobil vollständig aufgeladen werden. Hier genügt meist ein erster Ladezyklus von etwa 24 Stunden. Danach sollte die Batterie strapaziert werden und etwa zweimal fast leer gefahren werden. Ist die Batterie wieder voll aufgeladen, müssen Sie die Ladezyklen nicht so genau im Auge behalten. Sobald das Elektromobil nicht genutzt wird, können Sie es einfach anschließen und aufladen. So sind Sie sich immer sicher, dass die Batterie für die nächste Fahrt komplett ausreicht. Außerdem ist der Scooter sofort einsatzbereit, wenn Sie ihn benötigen. Sobald die Batterien aufgeladen sind, verbraucht das Gerät trotz Netzanschluss keinen Strom. Lediglich eine LED am Ladegerät zeigt an, dass die Batterie geladen ist oder gerade lädt. Halten Sie die Ladezyklen ein, die in der Bedienungsanleitung angegeben sind. Nur so schützen Sie die Batterie vor einem vorzeitig Kapazitätsverlust oder Zerfall.

Muss ich mein Elektromobil versichern?

Alle Elektromobile mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 6 km/h müssen nicht versichert werden. Ohne zusätzliche Kosten werden diese Geräte meist über die private Haftpflichtversicherung mitversichert und unterliegen keiner eigenen Versicherungspflicht. Allerdings sollte die Sachlage stets mit dem eigenen Versicherungsberater besprochen werden. Handelt es sich um ein Modell mit mehr als 6 km/h Höchstgeschwindigkeit, so werden eine Haftpflichtversicherung und ein Versicherungskennzeichen, das sogenannte Mofa-Kennzeichen, nötig. Auch hier hilft der Kontakt zum jeweiligen Versicherungsberater. Die Kosten für das Kennzeichen und die damit verbundene Absicherung liegen bei etwa 80 Euro im Jahr. Das Kennzeichen muss fest an der Rückseite des Mobiles angebracht werden.

Wie lange habe ich Garantie?

Die Garantie für ein Elektromobil bezeichnet immer eine freiwillige Zusatzleistung des Herstellers. Der Händler kann diese Garantie nicht übernehmen. Deshalb sind die Garantiebedingungen der einzelnen Fahrzeuge immer durch den Hersteller bestimmt. Dazu gehören die Dauer der Gültigkeit sowie die Abwicklung im Garantiefall. Ein wichtiger Punkt ist in diesem Fall die Garantie bei Vorführgeräten. Hier sollten Sie sich unbedingt beim Hersteller rückversichern. Bei der Gewährleistung handelt es sich um eine gesetzlich festgelegte Pflicht. Als Kunden erhalten Sie im Fall eines Mangels die Möglichkeit auf kostenlose Beseitigung. Das Elektromobil kann entweder repariert oder komplett umgetauscht werden. Auch hier muss der Hersteller die Gewährleistung übernehmen. Nach sechs Monaten ab Kaufdatum muss der Käufer allerdings beweisen, dass der Schaden nicht durch einen unsachgemäßen Gebrauch entstand. Andernfalls verfällt der Anspruch auf Gewährleistung. Generell gilt diese Gewährleistungspflicht zwei Jahre ab Kaufdatum.

Was passiert, wenn eine Reparatur notwendig ist?

Für die Reparatur am Elektromobil benötigen Sie Kontakt zum Fachhändler mit Werkstatt. Schnell und zuverlässig führt er die Reparatur selbst durch oder gibt das Gerät zum Hersteller in die Reparatur. Der Werdegang hängt vom jeweiligen Schaden ab. Im schlimmsten Fall müssen Sie einige Zeit auf das Elektromobil verzichten. Der Vorteil beim Fachhändler: Er kann für die Zeit der Reparatur ein Leihgerät zur Verfügung stellen. Gleiches gilt für die Wartung. Sie sollte regelmäßig von einem Fachmann durchgeführt werden, um größere Schäden am Elektromobil zu vermeiden. So beugen Sie effektiv größeren Reparaturen vor und müssen auf den praktischen Scooter nicht verzichten. Viele Händler bieten Wartungsverträge für diesen Fall an.

Wie kann mich ein Elektromobil im Alltag unterstützen?

Elektromobile sind vielseitig einsetzbar und befahren nahezu jede Strecke. Ob Gehwege, Waldwege oder gar die Straße – ja nach Modellart und Zulassung sind Sie mit den Scootern komplett flexibel. Entfernte Wege, lange Touren oder das anstrengende Einkaufen ist kein Problem mehr. Sie erledigen Ihre Einkäufe deutlich bequemer, machen Besorgungen oder Ausflüge in die nähere Umgebung. Ihr Vorteil: Sie müssen die Strecke nicht zu Fuß zurücklegen, sondern sind bequem im Elektromobil unterwegs. Gleichzeitig sparen die Mobile Zeit. Ausgestattet mit einem Elektromotor fahren sie ohne Abgase, umweltfreundlich und fast geräuschlos. Mit entsprechender Lichtanlage steht der Verwendung im Straßenverkehr nichts im Wege.

Kann man ein Elektromobil auf Rezept erhalten?

Ein Elektromobil wird als besondere Form des Elektrorollstuhls geführt und gilt deshalb als anerkanntes Hilfsmittel. Derartige Hilfsmittel sind durch die Krankenkasse förderungsfähig. Hierfür benötigen Sie eine entsprechende Verordnung vom Arzt. Das ist sozusagen Ihr Rezept. Auf dieser Verordnung muss zu sehen sein, dass der Patient eine Gehbehinderung hat. Dadurch sind seine Bewegungsmöglichkeiten stark eingeschränkt und er ist auf ein Elektromobil als Hilfsmittel angewiesen. Diese Verordnung kann gemeinsam mit dem Antrag auf Kostenübernahmen oder mit Antrag auf Bezuschussung bei der Krankenkasse oder beim zuständigen Sozialamt eingereicht werden. Allerdings können nur die Elektromobile auf Rezept verordnet werden, die über eine sogenannte Hilfsmittelnummer verfügen. Dazu zählen meist nur die Geräte, die nicht schneller als 6 km/h fahren.

Unterstützt mich meine Krankenkasse in Form von Zuschüssen beim Kauf eines Elektromobils?

Die Krankenkasse übernimmt den Zuschuss nur, wenn das Elektromobil vom Arzt für Sie verordnet wurde. Außerdem sind nur bestimmte Geräte förderungsfähig, sodass Sie hier bei der Auswahl genau darauf achten müssen. Gesetzlicher Anspruch auf den Zuschuss besteht nur infolge einer Krankenbehandlung oder um einer drohenden Behinderung vorzubeugen. Ebenso kann das Elektromobil eingesetzt werden, um eine Behinderung auszugleichen. Diese Indikation muss der Arzt feststellen. Nur in diesem Fall haben Sie Anspruch auf die Kostenübernahme durch die Krankenkasse. Wird das Elektromobil nur für eine bestimmte Nutzungsdauer überlassen, so muss es ausreichend gegen Witterung, Beschädigung oder Diebstahl geschützt sein. Viele Krankenkassen fragen zusätzlich nach der Fahrtauglichkeit des Nutzers.

Gibt es Fördermittel?

Die Förderung gibt es nur, wenn der Arzt die nötige Indikation feststellt und das Rezept ausstellt. Neben dem Zuschuss durch die Krankenkasse muss der Versicherte oft Zuzahlung leisten. Die Zuzahlung für Hilfsmittel liegt mindestens bei 5 Euro, maximal bei 10 Euro für den Versicherten. Selbst bei einem teuren Elektromobil darf diese nicht höher als 10 Euro liegen. Dient das Modell nur dem Behinderungsausgleich oder der Krankenbehandlung, muss der Patient meist mit einem Eigenanteil rechnen. Entscheidet man sich für ein Modell, das über das Maß des Notwendigen liegt, gibt es die Förderung durch wirtschaftliche Aufzahlung. Grundsätzlich bezahlt die Krankenkasse hier die Mindestförderung. Den restlichen Betrag erbringen Sie in Selbstleistung. Solche Fälle müssen aber vorher mit der Krankenkasse besprochen und genehmigt werden.

Platzsparende Unterbringung von einem Elektromobil? Faltbar? Klappbar?

Elektromobile lassen sich je nach Modell falten oder klappen. Damit nehmen sie deutlich weniger Platz ein und sind beispielsweise im Auto einfach zu transportieren. Oft können Patienten selbst im Urlaub oder bei anderen Fahrten nicht auf die Unterstützung durch das Elektromobil verzichten. Achten Sie deshalb beim Kauf auf die Flexibilität, die das jeweilige Modell bietet. Hier sind die Scooter vollkommen unterschiedlich aufgebaut. Wichtig ist, dass sich die Geräte innerhalb weniger Handgriffe und vor allem mit wenig Kraftaufwand zusammenfalten lassen. Nur so haben Sie das Mobil immer mit dabei. Wer einen kleinen Wagen besitzt, sollte zusätzlich die Transportmöglichkeiten im Kofferraum prüfen. Hier kommt es auf die Abmaße an, die das Mobil nach dem Zusammenklappen besitzt.

Wo darf ich mein Elektromobil fahren? StVZO?

Elektromobile sind mit einer geringen Höchstgeschwindigkeit ausgestattet, beispielsweise mit 6 km/h oder 15 km/h. Aus diesem Grund dürfen sie in Schrittgeschwindigkeit überall gefahren werden, wo auch Fußgänger gehen. Auf Gehwegen und in der Fußgängerzone ist es deshalb kein Problem, mit dem Mobil unterwegs zu sein. Ähnliches gilt für Fahrradwege oder sogar den öffentlichen Straßenverkehr. Die Elektromobile sind erst ab einer Geschwindigkeit von 10 km/h für den Straßenverkehr zugelassen, um andere Verkehrsteilnehmer nicht nur die zu langsame Geschwindigkeit zu beeinträchtigen. Außerdem sollte auf die Verkehrstüchtigkeit geachtet werden. Die Geräte benötigen Licht und Blinker, damit andere Verkehrsteilnehmer auf das Fahrzeug aufmerksam gemacht werden.

Probefahrt mit dem Elektromobil? Fahrschule?

Die Handhabung eines Elektromobils ist schnell verstanden. Dennoch sollten Sie von einer Probefahrt Gebrauch machen, wenn Ihnen diese angeboten wird. Während der Probefahrt kann Ihnen die Technik genauer erklärt werden und Sie lernen den Umgang mit dem Gerät. Eine Fahrschule müssen Sie nicht zwingend absolvieren. Sollten Sie sich jedoch in den Straßenverkehr begeben und nicht nur auf Fußgängerwegen unterwegs sein, so sind die Grundregeln zu kennen. Dazu gehören Vorfahrtsregeln und andere wichtige Verhaltensregeln. Eine Probefahrt bietet auch einen Einblick in die Modellauswahl. Das Fahrgefühl und die Wahl des richtigen Elektromobils stellen sich meist erst ein, wenn man bereits eine Probefahrt gemacht hat.

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